Die FKV-Mannschaftsmeisterschaften 2026 sind eindrucksvoll in ostfriesischer Hand geblieben. In insgesamt 19 Entscheidungen sicherten sich die Vereine aus Ostfriesland gleich 17 Titel und unterstrichen damit ihre Vormachtstellung im Boßelsport. Die Konkurrenz aus Oldenburg durfte sich lediglich über zwei Erfolge freuen – in der männlichen Jugend D sowie in der weiblichen Jugend B. Doch trotzdem durften sich alle Starter bereits im Vorfeld der Veranstaltung wie Sieger fühlen – schließlich hatten sie sich allesamt sowohl auf Kreis- als auch auf Landesverbandsebene als Meister durchgesetzt und so ihr Ticket für das Kräftemessen der besten Teams aus Ostfriesland und Oldenburg gesichert.
Vor allem in den Erwachsenenklassen wurde die Dominanz der Ostfriesen deutlich sichtbar. Hier waren die Oldenburger Teams über weite Strecken kaum mehr als Sparringspartner. Deutliche Ergebnisse prägten das Bild: Pfalzdorf ließ in der Männer III beim 16:0 (Holz 12 Wurf, Gummi 4 Wurf) gegen Westerscheps keine Zweifel aufkommen. Schon der Anwurf von Frido Walter von knapp 400 Metern (!) dürfte dem Gegner die Angstperlen auf die Stirn getrieben haben. Weiterhin dominierte Westeraccum die Männer II Konkurrenz (11:0 gegen Reitland) und auch die Männer IV aus Großheide (7:0 gegen Spohle) sowie das Männer V Team aus Südarle (3:0 gegen Schweewarden) setzten klare Ausrufezeichen. Die Werfer von „He löpt noch“ Südarle feierten gar einen historischen Sieg – denn zum ersten Mal in der über 100-jährigen Geschichte des Vereins konnte sich ein Männer-Team der Norder die FKV-Krone sichern. Mit drei weiteren Titeln im Jugendbereich avancierte „He löpt noch“ außerdem uzum erfolgreichtes Verein der diesjährigen Meisterschaft.
Deutlich verliefen auch die Wettbewerbe der Frauen, wo Stedesdorf (11:0) im Frauen III-, Dietrichsfeld (5:0) im Frauen II- und schließlich Leegmoor (11:0) in dem Frauen IV-Finale aus ostfriesischer Sicht nichts anbrennen ließen. Hier hatten Ruttel und zweimal Delfshausen das Nachsehen.
Etwas ausgeglichener gestalteten sich dagegen die Wettkämpfe im Nachwuchsbereich, auch wenn die ostfriesischen Vereine hier ebenfalls klar den Ton angaben. Die wenigen Oldenburger Lichtblicke blieben die Titelgewinne in der männlichen Jugend D von Stapel gegen Eversmeer, sowie der Moorriemer Erfolg der weiblichen Jugend B gegen Stedesdorf (2:0). Ansonsten überzeugten zahlreiche ostfriesische Talente mit starken Leistungen: Akelsbarg (15:0 in der mJu C), Uttel (11:0 in der mJu E), SG Eversmeer/Nenndorf (4:0 in der mJu A) sowie drei Siege von Südarle im jüngeren weiblichen Nachwuchsbereich zeigten eindrucksvoll die Breite und Qualität der Jugendarbeit in zahlreichen ostfriesischen Vereinen.
Trotz der klaren sportlichen Verhältnisse blieb die Atmosphäre auf und neben den Strecken jederzeit vorbildlich. Die traditionelle Rivalität zwischen den Landesverbänden Ostfriesland und Oldenburg war zwar spürbar, wurde jedoch durch Fairness, Respekt und gegenseitige Wertschätzung geprägt. Einmal mehr zeigte sich, wie eng die Friesensportszene miteinander verbunden ist – Konkurrenz auf der Strecke, Gemeinschaft daneben. So lud das siegreiche Männer II Team aus Westeraccum ihren Gegner aus Reitland kurzerhand noch ins nahegelegene Vereinsheim ein, wo gemeinsam gegrillt wurde!
So gehen die FKV-Meisterschaften 2026 nicht nur als sportlich dominierte Veranstaltung für Ostfriesland in die Bücher ein, sondern auch als Beleg für den besonderen Zusammenhalt im Friesensport. Ein besonderer Dank geht seitens des FKV an den ausrichtenden Verein „Germania“ Fulkum für die reibunsglose und vorbildliche Abwicklung der Großveranstaltung. Und auch, dass die FKV-Fachwarte Alwin Jurisch und Heike Kuhlmann für verlängerte Strecken gegenüber den ostfriesischen Landesmeisterschaften sorgten, fand bei den Aktiven großen Anklang.